Vorbereitungen und Spatenstich

Schon 1885 dachten innovative Bürger über die Erbauung einer Straßenbahn in der Stadt Plauen nach. Ein gewisser Herr Peine aus Leipzig handelte am 22. Oktober 1885 mit der Stadt einen Vertrag aus, in dem ihm erlaubt wurde einen Straßenbahnbetrieb aufzubauen und zu betreiben. Auch in diesem Vertrag war die Linie zwischen Oberer Bahnhof und Unterer Bahnhof als erste Strecke genannt worden.

Für den Antrieb der Straßenbahnwagen ließ man Herrn Peine in dem Vertrag relativ viel Spielraum, nur "rauch- und rußfrei" musste es sein. Neben dem damals üblichen Konzept der durch Pferde gezogenen Straßenbahnwagen und dem Antrieb durch Elektromotoren, stand ihm damals auch die Möglichkeit offen, die Wagen per Drahtseil fortzubewegen. Dabei wurde dieses Seil innerhalb einer unterirdischen Röhre innerhalb der Gleise geführt. Ein gleichartiges Konzept ist heute noch bei den Cable-Cars in San Francisco zu finden.

 Aus heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen wurde dieser Vertrag damals nicht erfüllt.

Am 29. Mai 1893 schlossen die Stadt Plauen und die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft AG (AEG) einen weiteren Vertrag über den Bau und Betrieb einer Straßenbahn. In diesem Vertrag wurden wesentliche Eigenschaften dieser Straßenbahn bestimmt, die den Betrieb bis heute und auch in Zukunft beeinflussen. Als Beispiel sei hier nur die Spurweite oder der Verlauf der ersten Strecke genannt.

Der Bau der ersten Wagenhalle, die in der Theaterstraße stand, wurde am 5. Februar 1894 begonnen. Sie war mit ihren vier Gleisen dafür ausgelegt, bis zu 16 Triebwagen aufzunehmen. Vor der Wagenhalle wurde eine Schiebebühne eingebaut, um die vier Gleise erreichen  zu können. Schon am 15. Juli 1894 wurde die Gleisverbindung zum bis dahin bestehenden Netz hergestellt.

Gleich neben der Wagenhalle wurde am 27. März 1894 mit dem Bau der Kraftstation begonnen. Ein durch eine Dampfmaschine angetriebener Generator erzeugte die für den Betrieb der Straßenbahn nötige Energie. Allerdings war damit schon im Jahr 1905 wieder Schluss, die Elektroenergie kam ab dem Jahr vom E-Werk der Stadt.

Ebenfalls ab 27. März 1894 wurde mit dem Bau der Gleisanlagen bzw. dem Verlegen der Schienen begonnen. Die Arbeiter schafften es damals rund 150 m Schiene am Tag zu verlegen. Auch eine Brücke über die Syra musste verbreitert werden.

Die ersten Triebwagen wurden am 13. Juli 1894 aus Köln angeliefert. Sie wurden vom Unteren Bahnhof mit Pferdegespannen zur Wagenhalle gezogen, dabei liefen sie auf den schon verlegten Gleisen.